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Wohnwagon – autarkes Design aus Österreich

Nachdem wir erst vor Kurzem über die Tiny House Bewegung in Europa berichtet haben, bleibt die Frage, wo man diese Häuschen überhaupt herbekommt. Denn selbst Hand anlegen, ist nicht jedermanns Sache. Deswegen servieren wir euch die Lösung auf dem Silbertablett. WOHNWAGON heißt das Designduo aus Österreich, das sich auf den Bau mobiler Behausung spezialisiert hat – Zeit für ein Gespräch …

Text: Sarah Vogelsang, Fotos: PR

Warum Wohnwagon so erfolgreich ist

Wohnwagon das sind Theresa Steininger und Christian Frantal. Während Geschäftsführerin Theresa das Unternehmen vorantreibt, ist Christian operativer Leiter der Werkstatt und für die Umsetzung kreativer Ideen zuständig. Mittlerweile haben sie 12 Tiny Houses verkauft – Tendenz steigend. Die Vision zum autarken Wohnen kam den beiden Gründern bereits im Jahr 2012. Damit waren sie ihrer Zeit weit voraus. Dass ihre Idee eine Zukunft hat, wurde schnell durch Crowdfunding deutlich und verlieh noch einmal neuen Mut und viel Motivation!

Dank Wohnwagon lebt man mitten in der Natur

Im Gespräch mit Theresa Steiniger von Wohnwagon

Welcher Gedanke steckt hinter Wohnwagon?

Die Idee entstand über den Ärger und die Unzufriedenheit mit der Welt wie sie ist: Stichpunkt Klimawandel und Ressourcenverschwendung. Wir sind uns sicher, dass kann so nicht mehr lange weitergehen. Gleichzeitig fehlen greifbare und spürbare Alternativen. Genau das ist unser Ansatz. Man kann durchaus komfortabel wohnen und sich dennoch auf das Wesentliche reduzieren, man kann Kreisläufe schließen und muss nicht zum absoluten Aussteiger werden. Auch das Thema Bio-Toilette und Pflanzenkläranlage kann richtig cool sein und Spaß machen!

Christian hatte die Idee mit dem Wohnwagon ein Statement zu setzen. Für eine neue Form des Wohnens. Mittlerweile hat sich um uns zwei Starrköpfe – die das Thema Wohnen mal ganz neu denken wollten – ein Team von siebzehn Leuten gebildet, das autarke, nachhaltige Wohnprojekte plant, begleitet und auch umsetzt. Das macht uns sehr stolz!

Wohnwagon: Gründerin Tehresa Steininger

Gründerin Tehresa Steininger

Welche Veränderungen habt ihr über die letzten Jahre in Eurer Branche festgestellt?

Sie wächst, erreicht immer mehr Menschen und wird vor allem immer breiter. Tiny Houses sind keine Randerscheinung mehr, die nur für Aussteiger geeignet ist, sondern kommen immer mehr in der Mitte der Gesellschaft an. Mittlerweile gibt es viele Alternativen, die einen sehr hohen Wohnkomfort bieten.

Was begeistert Euch an der Tiny-House-Bewegung?

Dass dahinter viel mehr steckt als ein kleiner Camper! Es entsteht eine neue Wohnkategorie, die viele spannende Aspekte in der Nutzung bietet – zur Nachverdichtung, zur Nutzung von Leerständen, zur Neugestaltung von ländlichen Gebieten! Tiny Houses stellen aber auch grundsätzlich die Frage: Wie viel Platz brauchst du eigentlich wirklich? Was macht ein gutes Leben aus? Das wirkt auch wieder in den „normalen“ Baubereich und bringt die Menschen dazu, über ihren Fußabdruck und ihre eigentlichen Bedürfnisse nachzudenken. Gerade diese Dynamik begeistert uns sehr!

In welchem Alter entscheiden sich die meisten für ein Mini-Haus?

Das ist unterschiedlich! Wir haben Kunden zwischen 25 und 65 Jahren – die einen möchten sich ein erstes Zuhause schaffen, ohne sich gleich hoch zu verschulden, die anderen geben das Haus den Kindern weiter, weil sie sich nicht mehr um so viel Platz kümmern wollen. Tiny Houses sind da für eine sehr breite Zielgruppe spannend!

Wohnwagon

Die Wohnwagons sind nicht nur ökologisch, sondern auch ästhetisch

Was ist euer nächster Schritt? Was plant ihr für die Zukunft?

Wir haben noch viel vor! Neben den Wohnwagons bieten wir unser Wissen rundum nachhaltiges, autarkes Wohnen auch für andere Anwendungsfälle an, haben ein Minihaus entwickelt in dem wir das kleine Wohnen auch für Familien ermöglichen wollen und bieten auf unserer Webplattform die Produkte und das Wissen, das man braucht, um solche Projekte selbst umzusetzen. Wer Unterstützung braucht, bekommt bei uns auch Planung und Beratung – von der ersten Idee bis zum fertigen Einreichplan und der Ausführung unterstützen wir gern bei der Umsetzung des kleinen, autarken Wohntraums!


Kleiner Tipp – im Wohnwagon kann man Probeschlafen

Zwei der schönen Wohnwagons lassen sich auch tageweise mieten. Und das ab 110 Euro die Nacht. Wer also das Flair eines Tiny Houses mal hautnah spüren möchte, darf in den liebevoll gestalteten Häuschen erst einmal ganz entspannt Probewohnen. Die sind dank Bio-Toilette, einer Solaranlage auf dem Dach, einen Holzofen, Warmwasserspeicher und einem eigenen Wasserkreislaufsystem mit Grünfilter nicht nur vollkommen autark, sondern auch wirklich gemütlich uns stillvoll eingerichtet. Mit Terrasse, Markise und großen Fenstern entsteht ein fließender Übergang von Innen nach Außen. Denn hier passiert alles im Einklang mit der Natur.

An dieser Stelle vielen Dank für das Interview, liebe Theresa.

Sarah Vogelsang

Leben auf kleinem Raum bedeutet für mich Kreativität und Minimalismus zu vereinen. Manchmal muss man dafür auch einen Kompromiss eingehen. Aber eins darf nicht fehlen: eine große Portion Spaß beim Einrichten und Dekorieren.
Kategorie: Allgemein, Design, Porträt

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Leben auf kleinem Raum bedeutet für mich Kreativität und Minimalismus zu vereinen. Manchmal muss man dafür auch einen Kompromiss eingehen. Aber eins darf nicht fehlen: eine große Portion Spaß beim Einrichten und Dekorieren.

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